FPÖ-Fan Lothar Höbelt hat abgesagt

Max Ottes Rednerliste auf seinem Pfingsttreffen in Neustadt schrumpft

Die Liste der Referenten auf Max Ottes großspurig angekündigtem „Kongress für Frieden und Sicherheit“ an Pfingsten in Neustadt an der Weinstraße ist nach der heute bekannt gewordenen Absage von Lothar Höbelt auf drei Redner geschrumpft. Besondere Aufmerksamkeit mag Daniele Ganser genießen, auf den wir in diesem Blog noch einmal zu sprechen kommen werden.

Mitteilung Max Otte am 29.5.2019

Angekündigt sind noch Alt-CDUler Willy Wimmer, der bereits 1990 laut Spiegel behauptete „der Wandermensch ist die Waffe der Zukunft“, und der Ökonom Markus Krall, der ein Tag nach der Europawahl tweetet: „Die in Wahrheit erfundene Klimakrise ist die große Ablenkung von der real existierenden und hausgemachten Migrationskrise.“ Beide durften schon im letzten Jahr auf Max Ottes Schloss-Treffen in Hambach ihre fremdenfeindlichen, nationalistischen „Erkenntnisse“ zum Besten geben. 2018 konnte Otte auch noch u.a. mit den Gruselgestalten Thilo Sarrazin (SPD), Jörg Meuthen (AfD) und Vera Lengsfeld (CDU) aufwarten und besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Wir wissen nicht, warum Höbelt abgesagt hat, wir wissen aber wes Geisteskind der „außerordentliche Professor“ und Historiker an der Wiener Hochschule ist.

Höbelt ist Mitglied des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Max Otte ist Vorsitzender dieses Gremiums. Man kennt sich also.

Höbelt ist nicht nur „Experte“ für die politischen Parteien rechts von der ÖVP in Österreich, sondern war auch aktiver Unterstützer des (verstorbenen) FPÖ-Vorsitzenden Jörg Haider und Befürworter der gerade nicht nur an den Ibiza-Videos krachend gescheiterten Schwarz-Blauen österreichischen Koalitionsregierung Kurz-Strache. In einem Internet-Interview vom Juli 2018 nannte er die Kurz-Strache-Regierung einen Glücksfall für Österreich.

Schaut man, was Wikipedia zu Lothar Höbelt und seinen rechtspopulistischen Kontakten und Aktivitäten bis in die 1990er Jahre zurück weiß, dann findet man allerhand. Hier nur einige Auszüge:

Höbelt war in den 1990er Jahren Berater der FPÖ, wenn auch nach eigenen Angaben kein Mitglied. Von 2000 bis 2002 war er wissenschaftlicher Leiter der Parteiakademie der FPÖ. Zudem war er Mitautor des FPÖ-Parteiprogramms von 1997, das politische Ideen Jörg Haiders enthielt. Nach dem Tod Jörg Haiders im Oktober 2008 bezeichnete Höbelt ihn als „neben Bruno Kreisky zweifellos das größte politische Talent der Zweiten Republik“. Höbelt nannte 2010 das österreichische NS-Verbotsgesetz 1947 „aus liberaler Sicht“ als „ein Ärgernis“, da dieses aktuell vor allem „Gesinnung“ bestrafe und damit „aus dämlichen Krakeelern Märtyrer der Meinungsfreiheit“ mache.

Seite „Lothar Höbelt“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 31. März 2019, 21:13 UTC. (Abgerufen: 29. Mai 2019, 13:51 UTC)

Nur am Rande: Ein „außerordentlicher Professor“ an einer Universität ist in Österreich kein Universität-Professor, der nach einem Berufungsverfahren an einen Lehrstuhl kam, sondern ein Hochschullehrer des sogenannten Mittelbaus.

Ob Max Otte einen Ersatz für sein Neustadter Pfingsttreffen finden wird und wer dies sein könnte, wird man abwarten müssen. Ottes zahlende „Kongress“-Teilnehmer werden vielleicht ihr Geld zurück fordern. Wir jedenfalls bedauern nicht, das Lothar Höbelt nicht nach Neustadt kommt.

Das Regionale Bündnis gegen Rechts veranstaltet aus Protest gegen Ottes Rechtspopulisten-Treffen ein Demokratiefest. Der Aufruf zum Demokratiefest hier.