Der Blog zum Hambacher Fest von 1832 und den rechten Umtrieben auf dem Hambacher Schloss heute – herausgegeben vom Freundeskreis Hambacher Fest

Demokratiefest in Neustadt – Beobachtungen, Einschätzungen und Stellungnahmen

(31.5.2022) Am letzten Mai-Wochenende fand in Neustadt und auf dem Hambacher Schloss zum 190. Jahrestag des Hambacher Festes von 1832 ein großes Demokratiefest statt. Für den 28.5. hatte auch der Neustadter Unternehmer Dr. Wolfgang Kochanek die Impfgegner, Querdenker, Reichsbürger und Wir-leben-in-einer Diktatur-Szene nach Neustadt mobilisiert. Mit 30.000 und mehr wollte er das Demokratiefest fluten und dominieren. Damit ist er kläglich gescheitert. Aber darüber, was an diesem Samstag gelaufen ist, wie dies einzuschätzen ist, wo Erfolge und wo Niederlagen festzustellen sind, gibt es eine Diskussion. Erste Stellungnahmen sind bereits auf dem Hambach-Blog veröffentlicht, weitere können folgen:
Jetzt ist „Deutschland am A…“ – Kochaneks Bauchlandung in Neustadt am 28.5. (30.5.2022)
Offener Brief: Ist das Demokratiefest gescheitert? (31.5.2022)
SPD Neustadt fordert Feedback-Termin (2.6.2022)
Lagergemeinschaft Dachau: Kein Platz für Feinde der Demokratie (4.6.2022)
Norbert Dreyer auf der Suche nach den Motivationen der „Weißen“ (5.6.2022)

Über die Unterstützer von Kochaneks Auflauf in Weiß am 28.5. in Neustadt

(27.5.2022) Dr. Wolfgang Erich Rolf Kochanek, 66 Jahre alt, Unternehmer aus Neustadt an der Weinstraße und Initiator, Organisator und Finanzier eines Marsches auf das Hambacher Schloss am 28.5.2022, hat sich vornehm aus dieser Aktion zurückgezogen — offiziell. Im Januar rief er unter dem etwas sperrigen Motto „Die aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland als Wiederholung der Geschichte von 1918 und 1930“ 30.000 Anhänger und mehr zu einem „Marsch auf das Schloss“ auf. Kochanek hat sich seitdem in Interviews und auf öffentlichen Versammlungen einige Mal geäußert. Der Hambach-Blog hat seine Reden im Januar in Neustadt und im April in Landau kommentiert. Es gibt keine Web-Site, kein Youtube- oder Telegram-Kanal über die sich Kochanek direkt an seine Anhänger wendet. Die Mobilisierung machen andere. Wer sind die Anderen? Eine vorläufige Antwort im Blogbeitrag.

Ganz in Weiß, doch ohne Blumenstrauß. Kochanek umarmt das Demokratiefest in Neustadt und verzichtet auf Rechtsmittel gegen die Demonstrationsauflagen der Stadt

(13.5.2022) 14 Wochen stand 1966 der Titel „Ganz in Weiß“ von Roy Black auf Platz eins der deutschen Single-Chart. Dr. Kochanek kann den 1991 früh verstorbenen Roy Black nicht mehr auf sein spezielles Event am 28.5.2022 einladen, aber in Anlehnung an diese großartige deutsche Schnulze hat er seine Anhänger aufgefordert, an diesem letzten Mai-Samstag „ganz in Weiß“ nach Neustadt zu kommen. Wie es dazu kam, lesen sie im Blogbeitrag.

Dr. Kochanek, Unternehmer aus Neustadt, Initiator einer Großdemonstration am 28.5.2022

(17.4.2022) Man kann sich Dr. Wolfgang Kochanek – Mitte 60, Chemiker, Neustadter Unternehmer, Vollbartträger – gut als einen FDP-Anhänger vorstellen: Vertreter des freien Unternehmertums, Bürokratiekritiker, Verteidiger individueller Freiheiten, Kritiker allzu strenger Coronamaßnahmen – aber geimpft und geboostert –, gegen Umverteilung und einen überbordenden Fürsorgestaat, Freund des technischen Fortschritts, Gegner der Gender- und anderer „Laberwissenschaften“. Doch warum wird die Person Kochanek überhaupt zum Thema auf dem Hambach-Blog? Für den 28.5.2022 ruft er zu einer „Giga-Demonstration“ in Neustadt und auf das Hambacher Schloss auf. Gleichzeitig findet das Demokratiefest der Stadt Neustadt und der Stiftung Hambacher Schloss statt. Das ist Grund genug, sich mit dieser Person, seinen Absichten und seinem Umfeld zu beschäftigen. Mehr dazu im Blogbeitrag.

Was braut sich da zusammen?

(8.4.202) Der Neustadter Unternehmer Kochanek ruft am 28.5. zu einer „Giga-Demonstration“ auf das Hambacher Schloss auf. Man kann dies nur als eine bewusste Provokation des gleichzeitig und schon lange geplanten Demokratiefestes der Stadt Neustadt und der Stiftung Hambacher Schloss verstehen. Es ist fest damit zu rechnen, dass auch Max Otte im Hintergrund und als Redner bei diesem Marsch der 30 Tausend mitmischt. Mehr dazu im Blogbeitrag.

Bundespräsidialamt antwortet auf Neustadter Appell

(3.3.2022) Der Neustadter Appell wendet sich gegen eine Vereinnahmung des Hambacher Schlosses durch fremdenfeindliche und nationalistische Parteien und Organisationen. Fast 3000 Unterschriften wurden durch das Regionale Bündnis gegen Rechts unter diesen Appell gesammelt und an den Bundespräsidenten übermittelt. In seiner Antwort schreibt das Bundespräsidialamt, dass sich das Hambacher Schloss von einem Veranstaltungsort zu einem Gedenk- und Lernort für die Demokratie weiterentwickeln soll. Mehr zur Entstehung des Appells und zur Antwort aus Berlin hier.f Donnerstag, 2.6.2022

Markus Kralls Aufruf zur „bürgerlichen Revolution“ – Eine Buchbesprechung in drei Teilen

(2.6.2021) Es ist nicht klar, ob der Goldhändler Markus Krall, der es bereits mit mehreren Büchern auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat, sich lieber als seriöser Autor oder als demagogischen Redner sieht. Er genießt es jedenfalls, wenn er mit Gejohle, anfeuernden Pfiffen und prasselndem Beifall bedacht wird, wie 2019 im Saalbau in Neustadt an der Weinstraße. Dort bezeichnete er die Politik, dabei speziell auf Abgeordnete zielend, als Feld für „Schulabbrecher, Studienversager und berufliche Arbeitsverweigerer“. Auch Max Otte, gerade zum Vorsitzenden der Werteunion gewählt, scheint Redner mit rechtsextremer Brandfackel zu schätzen. Bereits zweimal gab er Krall die Gelegenheit zu solchem Auftritt auf seinem sogenannten neuen Hambacher Fest (2018 und 2019). Kralls Buch „Die Bürgerliche Revolution“ kommentiert Otte wohlwollend mit der Botschaft: „Ein Reformprogramm für Deutschland – umfassend, durchdacht und auf den Punkt gebracht“. In einem dreiteiligen Blogbeitrag soll genauer auf dieses zeitweise auf der Spiegel-Bestseller-Liste platzierte Buch eingegangen werden. Teil 1 gibt einige Hinweise zur Person Markus Kralls und geht auf seine Kritik an der parlamentarischen Demokratie ein. Teil 2 behandelt seine Beschwörung der „Kraft der Krise“, die durch die „bürgerliche Revolution“ gelöst werde.  Teil 3 skizziert Kralls politisches Programm und seine „Verfassungsreform“ und schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung.

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