Demokratie sportlich

Zum Abschluss des „Solidarischen Frühlings Neustadt ’26“ fand auf dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus in Hambach die Kundgebung für Demokratie und Vielfalt „Bleibt bunt“ statt. Der Hambach-Blog hat in loser Folge in den letzten Wochen die folgenden Reden dokumentiert, die auf der Kundgebung gehalten wurden:

Steffi Karbach: Einigkeit und Recht und Freiheit …
Engagierten Jugend Neustadt (EJN) und Regionales Bündnisses gegen Rechts Neustadt: Die Weinstraße bleibt bunt, solidarisch und antifaschistisch
Claudia Dorka: Es geht um’s Ganze
Wilhelm Kreutz: Vaterland – Volkshoheit – Völkerbund hoch!

Als letzter Beitrag dieser Reihe wird im Folgenden die Rede von Andreas Meckelburg dokumentiert. Andreas ist seit 30 Jahren im Vorstand und Trainer der „Aktiven Bewegung Neustadt e. V“, ein Kampfsportverein mit den Angeboten: Taekwondo, Yoga und Mixed Martial Arts.

Liebe Demokratinnen, liebe Demokraten,

ich stehe hier als Sport- und als Demokratie-Fan vor euch.

Wenn wir an Demokratie denken, denken wir zuerst an Wahlen, Parlamente, oder politische Debatten. Doch Demokratie beginnt nicht erst im Bundestag – sie beginnt im Alltag. Sie beginnt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Regeln vereinbaren, Konflikte lösen und gemeinsam Ziele verfolgen. Und genau deshalb ist der lokale Amateur-Vereinssport einer der wichtigsten Orte gelebter Demokratie in unserem Land.

Andreas Meckelburg
Andreas Meckelburg bei seiner Rede am 24.5.2026 in Hambach (Foto:privat)

Der Verein als gelebte Demokratie

Was passiert in einem Sportverein?

  • Wir wählen Vorstände.
  • Wir stimmen über Entscheidungen ab.
  • Wir diskutieren, streiten und finden Lösungen und Kompromisse.
  • Wir übernehmen Verantwortung füreinander.

Das sind keine kleinen Dinge. Das sind Grundprinzipien einer gelebten Demokratie.

Im Verein lernen Kinder und Jugendliche ganz praktisch:

  • dass jede Stimme zählt,
  • dass dass Gemeinschaft stärker ist als Egoismus,
  • dass die Sporthalle, der Sportplatz auch ein Trainingsfeld für demokratische Werte ist.

Vielfalt als Stärke

  • Im Amateursport begegnen sich Menschen, die sich sonst nie kennengelernt hätten.
  • Es begegnen sich Menschen aus unterschiedlichen Schulen, Berufen und Generationen.
  • Und es begegneten sich Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Ich möchte euch ein Beispiel aus unserem Verein, der „Aktiven Bewegung Neustadt“ geben:

Bei uns im Verein trainieren Menschen aus über 20 Nationen ganz selbstverständlich miteinander. Alter, der jüngste ist sechs Jahre alt, der Älteste 80 Jahre, Geschlecht, Nationalität und Religion spielen keine Rolle.
Es wird zusammen gelacht, geübt, manchmal gestritten und wieder vertragen. Alle begegnen sich mit Respekt.

Ehrenamt – das Rückgrat unserer Demokratie

Demokratie lebt vom Mitmachen. Genau dafür steht der Amateursport. Trainerinnen, Trainer, Schiedsrichterinnen, Helferinnen – sie alle engagieren sich freiwillig. Sie investieren Zeit, Energie und
Herzblut für andere.

Das Ehrenamt ist nicht selbstverständlich. Es ist Ausdruck einer Haltung. Ich gestalte mit. Ich übernehme Verantwortung. Ich bin Teil einer Gemeinschaft. Ohne diese Haltung kann keine Demokratie bestehen.

Warum ist dies heute so wichtig ?

  • Wir leben in einer Zeit, in der gesellschaftliche Gräben wachsen,
  • in den Diskussionen schneller eskalieren.
  • Deshalb brauchen wir Orte der Begegnung,
  • Orte, an denen sich Menschen wirklich begegnen – nicht digital, sondern von Face to Face.
  • Sportvereine sind solche Orte.
  • Hier entstehen Vertrauen, Freundschaften und Zusammenarbeit.
  • Der Amateursport baut Brücken – jeden Tag.

Das Hambacher Fest erinnert daran, dass Demokratie erkämpft werden musste. Der Amateursport zeigt uns, dass Demokratie gelebt werden muss.

Lasst uns diesen Wert bewahren.

Lasst uns gemeinsam Sport treiben.

Vielen Dank.

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