Pfingstsonntag, 24.5.2026: Kundgebung für Demokratie und Vielfalt in Hambach

Zum Abschluss des „Solidarischen Frühlings Neustadt ’26“ fand auf dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus in Hambach die Kundgebung für Demokratie und Vielfalt „Bleibt bunt“ statt. Die Initiative „Neustadt bleibt bunt“ hatte in diesem Jahr die Organisation übernommen. Ab 10 Uhr kamen bereits rund 100 Personen aus Neustadt und den umliegenden Orten zu einem solidarischen Frühstück zusammen, musikalisch begleitet von der großartigen „Neustadt-bleibt-bunt-Band“. Als ab 11 Uhr dann das Programm der Kundgebung begann, war die Zahl der TeilnehmerInnen trotz frühsommerlicher Hitze auf gut 150 bis 200 angewachsen . Der Hambach-Blog wird einige der Reden, die auf der Kundgebung gehalten wurden, dokumentieren. Den Anfang macht das Eröffnungsstatement von Steffi Karbach, die auch die Kundgebung moderierte.

„Neustadt bleibt bunt-Band“ am 24.5.2026 in Hambach (Foto: privat)
„Neustadt bleibt bunt-Band“ am 24.5.2026 in Hambach (Foto: privat)

Eröffnungsstatement von Steffi Karbach am 24.5.2026 auf dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus in Hambach

Einigkeit und Recht und Freiheit …

Wir kennen diese Worte. Wir singen sie, wir streiten um sie, wir verteidigen sie. Aber der Satz, der direkt danach kommt, wird seltener zitiert.

Sind des Glückes Unterpfand.

Unterpfand. Das ist kein poetisches Beiwerk. Das ist eine Garantie. Ein Versprechen. Einigkeit, Recht und Freiheit — das sind nicht Ziele an sich. Sie sind die Bedingung dafür, dass Glück überhaupt möglich wird. Für alle.

Aber Einigkeit bedeutet nicht, dass wir alle gleich sind. Oder gleich denken. Oder gleich aussehen. Einigkeit bedeutet, dass wir uns in einem einig sind — in einem einzigen, unteilbaren Satz:

Alle Menschen haben das Recht, in Freiheit von Unterdrückung zu leben.

Das ist es. Das ist der gemeinsame Nenner. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Und genau das ist es, was uns diese Tage gestohlen werden soll.

24.5.2026 Kundgebung auf dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus in Hambach
24.5.2026 Kundgebung auf dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus in Hambach (Foto privat)

Es gibt Menschen — auch in diesem Land, auch in diesem Parlament — die behaupten, sie stünden für Freiheit und Einigkeit. Die sich die Fahne umhängen und die Hymne singen. Aber was sie wollen, ist das Gegenteil: eine Gesellschaft, in der nur bestimmte Menschen das Recht auf Glück haben. In der Zugehörigkeit Bedingungen hat. In der Vielfalt als Bedrohung gilt, nicht als Stärke.

Die AfD nimmt uns nicht nur Rechte. Sie nimmt uns, wenn wir sie lassen, das Fundament — die Garantie, dass kein Mensch in diesem Land unterdrückt werden darf. Nicht wegen des Geschlechts. Nicht wegen der Hautfarbe. Nicht wegen der Liebe.

Ich bin eine stolze Oma gegen Rechts. Ich bin gegen Faschismus, gegen Ausgrenzung. Das bleibt so. Aber heute Morgen, hier, bei diesem Frühstück — heute möchte ich nicht nur sagen, wogegen wir stehen. Sondern wofür.

Für das Glück. Das gemeinsame. Das unteilbare.

Das vergessen wir manchmal über all der berechtigten Wut, den berechtigten Sorgen. Aber der Solidarische Frühling, dieses Frühstück, dieser bunte Haufen hier auf dem Platz — der steht nicht nur gegen etwas. Er steht für etwas.

Deshalb mein Wunsch für heute: Lernt Menschen kennen, die ihr noch nicht kennt. Teilt, was schön ist. Gebt weiter, was es wert ist, weitergegeben zu werden. Esst zusammen. Lacht zusammen. Seid zusammen glücklich — weil genau das der Punkt ist. Weil genau das das Unterpfand ist, das wir uns nicht nehmen lassen.

Steffi Karbach, Kandidatin für die Wahl zur Oberbürgermeisterin in Neustadt am 15.6.2025
Steffi Karbach (Foto: Thomas Brenner)

Steffi Karbach hat Kommunikationswissenschaften und Kulturmanagement studiert. Sie hat u.a. in England, Indien, den USA gelebt, studiert, gearbeitet. Gegenwärtig schließt sie ihr Masterstudium in Nachhaltigkeit, Unternehmensführung und Technologie ab. Außerdem unterstützt und berät sie kleine Unternehmen und Selbstständige bei ihrer Gründung. 2025 war sie bei der Wahl zur OberbürgermeisterIn von Neustadt als parteiunabhängige Kandidatin gegen den amtierenden Oberbürgermeister angetreten und hatte aus dem Stand 20,3 % der abgegebenen Stimmen erhalten. Sie lebt in Hambach und ist aktiv beim Freundeskreis Hambacher Fest 1832, den Omas gegen Rechts Neustadt sowie dem Regionalen Bündnis gegen Rechts Neustadt.

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