Rede von Wilhelm Kreutz zu den sozialen und politischen Voraussetzungen, die zum Hambacher Fest von 1832 geführt haben. Wilhelm Kreutz hielt diese Rede am 24.5.2026 vor dem alten Rathaus in Hambach bei der Kundgebung für Demokratie und Vielfalt: „Bleibt bunt!“
Kategorie: Bericht
Es geht um’s Ganze!
An die 200 TeilnehmerInnen waren am Pfingstsonntag 2026 bei brütender Hitze nach Hambach auf den Platz vor dem alten Rathaus gekommen, um an der Kundgebung der Initiative „Neustadt bleibt bunt“ und der Abschlusskundgebung zum „Solidarischen Frühling Neustadt" teilzunehmen. Der Hambach-Blog dokumentiert in loser Folge, die Reden, die auf dieser Kundgebung gehalten wurden. Bisher wurden veröffentlicht: Steffi Karbach: Einigkeit und Recht und Freiheit … Engagierten Jugend Neustadt (EJN) und Regionales Bündnisses gegen Rechts Neustadt: Die Weinstraße bleibt bunt, solidarisch und antifaschistisch Es folgt die Rede von Claudia Dorka, Künstlerin & Coach, stellv. Ortsvorsteher in Hambach
Die Weinstraße bleibt bunt, solidarisch und antifaschistisch
Der Hambach-Blog setzt mit diesem Beitrag die Veröffentlichung von Redebeiträgen fort, die an Pfingstsonntag 2026 auf dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus in Hambach gehalten wurden. Das Eröffnungsstatement von Steffi Karbach „Einigkeit und Recht und Freiheit“ wurde bereits veröffentlicht. An die 200 Personen sind dem Aufruf der Initiative „Neustadt bleibt bunt“, des Regionalen Bündnisses gegen Rechts und anderer Gruppen zu dieser Versammlung gefolgt. Zur gleichen Zeit hatten sich auf dem Marktplatz in Neustadt die Gruppe Freieinig und ihre politischen Freunde aus der ganzen Bundesrepublik versammelt und marschierten, wie in den letzten Jahren auch, auf das Hambacher Schloss, wo sie gegen 14 Uhr eintrafen. Prominente Redner, wie im letzten Jahr Diether Dehm, konnten sie in diesem Jahr nicht aufbieten. Erfreulicherweise waren es in diesem Jahr erneut weniger TeilnehmerInnen als in den Jahren zuvor. Unabhängige Schätzungen gehen von 250 bis maximal 300 Personen aus. Darunter erwartbar Ergün Küm, der Mensch mit den Katzen auf den Schultern und Verehrer einer Holocaustleugnerin, Reichsbürger Wolfgang Burkard, der auch schon mal Polizei und Bundeswehr zur Befehlsverweigerung aufgerufen hat, die Freieinig SprecherInnen Karl-Heinz Rothe und Tanja (ehemals) Lichtl. Eine Sängerin versuchte in einer Endlosschleife die Leute bei Laune zu halten. Und Thomas von „Herborn steht auf“ mobilisierte für den „Freiheitsmarsch“, der ab Dienstag nach Pfingsten von Hambach bis nach Berlin führen sollte. Er verstieg sich bei seiner Rede zu der Phantasie, dass er beim Eintreffen in Berlin mit 1 Mio. TeilnehmerInnen rechne.
Einigkeit und Recht und Freiheit …
Zum Abschluss des „Solidarischen Frühlings Neustadt '26“ fand auf dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus in Hambach die Kundgebung für Demokratie und Vielfalt „Bleibt bunt" statt. Die Initiative „Neustadt bleibt bunt“ hatte in diesem Jahr die Organisation übernommen. Ab 10 Uhr kamen bereits rund 100 Personen aus Neustadt und den umliegenden Orten zu einem solidarischen Frühstück zusammen, musikalisch begleitet von der großartigen „Neustadt-bleibt-bunt-Band“. Als ab 11 Uhr dann das Programm der Kundgebung begann, war die Zahl der TeilnehmerInnen auf gut 150 bis 200 angewachsen. Der Hambach-Blog wird einige der Reden, die auf der Kundgebung gehalten wurden, dokumentieren. Den Anfang macht das Eröffnungsstatement von Steffi Karbach, die auch die Kundgebung moderierte.
Stadtplan über 28 engagierte Neustadter Frauen aus Geschichte und Gegenwart erschienen
Am 08.05.2026 feierten wir in der Volkshochschule Neustadt das Erscheinen des „Stadtplans über 28 engagierte Neustadter Frauen aus Geschichte und Gegenwart“. Der Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe von Frauen im öffentlichen wie im privaten Raum, in unserer Stadt, der Demokratiestadt Neustadt, wollen wir mit der 2. Auflage des „Frauenstadtplans: Frau. Macht. Geschichte“ ein Gesicht geben und Diskussionen anregen. Der Stadtplan ist derzeit erhältlich über die Buchhandlungen Quodlibet und Bücherstube und im Abraxas in Neustadt, genauso wie im Stadtmuseum Villa Böhm und dem Besucherzentrum des Hambacher Schlosses (Preis 1,50 €).
Freieinig und Reichsbürger – Hand in Hand
Am Pfingstsonntag marschieren, von einigem Trommelgetöse begleitet, die Neustadter Gruppe Freieinig zusammen mit bundesweit mobilisierten ähnlich aufgestellten Gruppen vom Neustadter Marktplatz auf das Hambacher Schloss. In der Rheinpfalz vom 21.5.2026 schreibt nun Anke Herbert, ehemals Leiterin der Neustadter Rheinpfalz-Redaktion, einen spannenden Artikel über die Verbindungen von Freieinig zur Reichsbürgerszene. Dies ist kein ganz neues Thema, aber Anke Herbert dokumentiert dieses mit aktuellen Beispielen.
Wenn der Professor erzählt …
Das sog. neue Hambacher Fest im Bundestagsausschuss: Max Otte erklärt sich Max Otte ist mit seinen Anstrengungen gescheitert, auf dem Hambacher Schloss jährlich ein sog. neues Hambacher Fest zu etablieren, trotz der Investition einer größeren Summe Geld. Das Ganze habe sich finanziell nicht gerechnet, so seine Darstellung. Doch zu Ottes Finanzen später mehr. Seinen Versuch, durch sein Engagement in Hambach die Ziele der 1832 in Hambach Versammelten gegen die Politik von Angela Merkel zu instrumentalisieren, gab er immer als Kampf um Meinungsfreiheit und Unterdrückung aus. Nun hat er bei einer Anhörung im Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags Mitte März 2026 (Thema: Orte der deutschen Demokratiegeschichte), dieses Motiv erneut zum Besten gegeben. Vorgeschlagen für diese Expertenanhörung wurde er, das ist keine Überraschung, von der AfD-Fraktion. Max Otte am 18.3.2026 im Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags (Screenshot) Und er gab sich harmlos, wie so häufig: „2018 entschloss ich mich angesichts der bereits damals spürbaren Einschränkungen der Meinungsfreiheit, ein überparteiliches Neues Hambacher Fest zu veranstalten. … Ich selbst war damals noch Mitglied der CDU und wollte ein Zeichen der Verständigung im bürgerlichen Lager setzen.“ (Mehr zu Max Ottes Aktivitäten in Hambach, Stand 2019 hier.]
Strafverfahren wegen Beleidigung gegen den Herausgeber des Hambach-Blogs
Am 4.12.2025 fand vor dem Amtsgericht Neustadt eine Verhandlung gegen den Herausgeber und presserechtlich Verantwortlichen des Hambach-Blogs statt. Ihm wurde geworfen, er hätte am Pfingstsamstag, 7.6.2025, Tanja Lichtl als „Antisemit“ und als „Holocaustleugnerin“ beleidigt. Der Strafbefehl lautete auf 1.000 Euro. Dagegen hatte er Einspruch eingelegt. Das Strafverfahren wurde eingestellt.
Netzwerk Hambach 2032 gegründet
Am 30.10.2025 fand auf dem Hambacher Schloss das Gründungstreffen des „Netzwerks Hambach 2032“ statt. Im Jahr 2032 steht der 200. Jahrestag des Hambacher Festes von 1832 an. Rund 80 Personen waren der Einladung der Stiftung Hambacher Fest gefolgt. Als prominenter Redner sprach der Staatsminister und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfang Weimer, zu den Gästen. Welche Botschaft hatte Weimer nach Hambach mitgebracht und was ist von diesem Netzwerk zu halten?
Pudelnass zum Hambacher Schloss
Zum zweiten Mal hat die Neustadter Gruppe Freieinig bundesweit zu einem „Demokratiefest der Initiativen“ an Pfingstsamstag und einem „Marsch auf das Hambacher Schloss“ an Pfingstsonntag eingeladen. Freieinig ist aus der Bewegung gegen die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hervorgegangen. Einige ihrer führenden Personen waren bereits in den Jahren 2022 und 2023 bei den „Weißen“ von Wolfgang Kochanek beteiligt, die ebenfalls das Hambacher Schloss, bekannt für das Hambacher Fest von 1832, als Ziel erkoren hatten. Wie viele TeilnehmerInnen konnte Freieinig in diesem Jahr mobilisieren? Im Vergleich mit dem letzten Jahr deutlich weniger! Welche politischen Akzente konnte man erkennen? Mit dem Auftritt von zwei prominenten Vertretern des Deutschen Freidenker-Verbands auf dem Schlossgelände an Pfingstsonntag ist eine Tendenz zu einer „Querfront“-Bündnispolitik zu erkennen. Gleichzeitig verloren einige der maßgeblichen Freieinig-Leute jegliche Hemmung mit einer Person, die eine Holocaustleugnerin verehrt, zusammen aufzutreten. Offensichtlich wurde im Vorfeld der Pfingstaktionen von Freieinig auch, dass einige ihrer Mitglieder oder Sympathisanten in der Reichsbürgerbewegung aktiv sind. Die Details im folgenden Blogbeitrag.






