Streit um das Erbe des Hambacher Festes

Veranstaltung am Dienstag, 25.4.2023, 19:30 im Casimirianum, Neustadt An den bevorstehenden Pfingstfeiertagen, 27.-29. Mai 2023, jährt sich das Hambacher Fest von 1832 zum 191. Mal. Pfingstwochenende 2023 Die Stiftung Hambacher Schloss zusammen mit der Stadt Neustadt wird am Pfingstsamstag, 27. Mai, zu einem bunten Programm einladen „Musik am Schloss“. Im Rahmen von „Musik am Schloss“ … Weiterlesen Streit um das Erbe des Hambacher Festes

175 Jahre Märzrevolution 1848-2023

Ein eindrucksvolles Programm für Rheinhessen und die Pfalz hat Volker Gallé vom Kulturverein Alzey und Umgebung e.V. zum Gedenken an die Märzrevolution 1848 zusammengestellt. Gut 40 Veranstaltungen finden zwischen Ingelheim im Norden und Hambach im Süden von Februar bis November 2023 statt. Gefördert wird diese Veranstaltungsreihe von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und dem Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz. Im Folgenden zitieren wir aus dem Vorwort zur Programmbroschüre, die auch heruntergeladen werden kann.

Katha Thomas Rede zum 90-jährigen Jubiläum des Hambacher Festes 1922

"Beim Hambacher Fest, das weit über den örtlichen und parteilichen Rahmen hinaus ein deutsches Fest ist, das einen Markstein bildet parteipolitischen und allgemein deutschen, vaterländischen Geschehens, darf daher die Stimme der deutschen Frau nicht fehlen!" Mit diesen Worten wandte sich Katha Thoma am 25. Mai 1922 an ihre Parteigenoss*innen auf dem Schlossberg in Neustadt an der Haardt. An diesem Tag veranstaltete der pfälzische Landesverband der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) ein großes Sommerfest, um an die Ereignisse des Jahres 1832 zu erinnern: das Hambacher Fest. Katha Thoma (1895–1931) war für die ursprünglich vorgesehene und verhinderte Reichstagsabgeordnete Dr. Marie-Elisabeth Lüders, ebenfalls von der DDP, eingesprungen. Nach Marie-Elisabeth Lüders ist eines der markanten neuen Gebäude des Deutschen Bundestags genannt. Doch wer ist Katha Thoma?

Landgericht Frankenthal: Max Otte muss 2.000 Euro an die Hambach Gesellschaft zahlen

Für 9,90 Euro kann man auf Max Ottes Web-Site T-Shirts mit Schwarz-rot-goldenem Emblem und dem Aufdruck „Neues Hambacher Fest“ kaufen. Aber von Max Otte, ehemals als CDU-Mitglied Kandidat der AfD bei der Wahl des Bundespräsidenten, ist in Hambach und Umgebung schon länger nichts mehr zu hören und zu sehen. 2020 war sein drittes und bisher letztes sog. neues Hambacher Fest auf dem Hambacher Schloss. Aus dieser Zeit stammt eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Max Otte und der Hambach Gesellschaft. Max Otte und einige seiner Anhänger hatten vergeblich versucht, sich in die Hambach Gesellschaft einzuklagen. Nachdem im Oktober 2020 absehbar war, dass Otte mit seinem Anliegen vor dem Amtsgericht Neustadt keine Chance hatte, zog er seine Klage zurück. Jetzt kam es zu einem weiteren Urteil in einem Rechtsstreit zwischen der Hambach Gesellschaft und Max Otte. Nach diesem Urteil muss Max Otte 2.000 Euro an die renommierte Gesellschaft für historische Forschung und politische Bildung zahlen.

Markus Krall, Redner auf dem Hambacher Schloss, als Geschäftsführer von Degussa Goldhandel freigestellt

Wer sich in den letzten Jahren mit den Ereignissen um das Hambacher Schloss befasst hat, dem ist der Name Markus Krall bekannt. 2018 rief Krall auf dem Hambacher Schloss bei Max Ottes sog. neuen Hambacher Fest dazu auf, dass der Baum der Freiheit von Zeit zu Zeit mit dem Blut von Patrioten und der Tyrannen … Weiterlesen Markus Krall, Redner auf dem Hambacher Schloss, als Geschäftsführer von Degussa Goldhandel freigestellt

Mannheimer Morgen lädt Verfassungsfeind zu einem Debattenbeitrag ein

Die Wochenendausgaben des Mannheimer Morgens enthalten jeweils einen „Debattenbeitrag“ einer mehr oder weniger prominenten Autorin oder eines Autors. Das Themenspektrum ist weit gefasst. Der Mannheimer Morgen schreibt zu dieser Rubrik: „Ein renommierter Autor positioniert sich, regt zu Diskussionen an. Mit Gastbeiträgen wollen wir Ihnen Expertenmeinungen näher bringen.“ Am 10.9.2022 enthielt diese Rubrik einen Beitrag von Thorsten Polleit unter dem mehr oder weniger unverfänglichen Titel „Wie wichtig ist die Unabhängigkeit der Wissenschaft, Herr Polleit?“ (Beitrag hinter Bezahlschranke).

Aufruf zur Kundgebung: »Gegen Populismus und heiße Luft von rechts – Mit Vernunft und Solidarität durch die Krise!«

Samstag 19.11.2022, 11:30, Speyer, Domplatz Seit März 2020 leben wir im Zustand einer nicht enden wollenden Krise. Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Klimakrise, all dies ängstigt uns und bedroht unsere Existenz. Viele von uns wissen nicht, wie sie ihre Heizkosten zahlen sollen, haben aufgrund der Inflation weniger Geld zur Verfügung und blicken … Weiterlesen Aufruf zur Kundgebung: »Gegen Populismus und heiße Luft von rechts – Mit Vernunft und Solidarität durch die Krise!«

Veranstaltungen der Stiftung Hambacher Schloss im Herbst 2022

Wie verschiedene Medien (u.a. die Rheinpfalz, der Volksfreund und Pfalz-Express) im April dieses Jahres berichteten, planten Mitglieder einer Chatgruppe mit dem Namen „Vereinte Patrioten“ u.a. Anschläge auf die Stromversorgung in Deutschland und wollten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach entführen. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz geht davon aus, dass diese Gruppe der Corona-Protestszene sowie der Reichsbürgerbewegung zuzuordnen sei. Bei einem bundesweiten Polizeieinsatz wurde auch ein 55-jähriger Hauptverdächtiger in Neustadt an der Weinstraße nach einem illegalen Waffengeschäft festgenommen. Die Gruppe, die insgesamt gut 70 Personen umfasste, prägte ein wirres Weltbild aus Verschwörungserzählungen, Rechtsextremismus und Corona-Leugnung. Nach Ansicht des Koblenzer Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer plante sie, einen bundesweiten Stromausfall herbeizuführen, um damit bürgerkriegsähnliche Zustände zu verursachen und das demokratische System in Deutschland zu stürzen. Vor diesem Hintergrund ist das Thema des kommenden Hambacher Gesprächs gut gewählt: „Worte, Wut – und Waffen? Verschwörungstheorien als Gefahr für die innere Sicherheit“. Im Folgenden die Presseerklärung der Stiftung Hambacher Schloss zu der Veranstaltung am kommenden Mittwoch, 12.10.2022, 19:00. (UR)

Auseinandersetzungen um das Hambacher Fest 1970 – ein Rückblick

Das Erbe des Hambacher Festes von 1832 war schon immer umkämpft. So war das „Dank- und Erinnerungsfest“1872 – ein Jahr nach dem Deutsch-Französischen Krieg und der Gründung des Deutschen Reichs – durchtränkt von nationalistischem Pathos und Franzosenhass. Georg Friedrich Kolb, aus Speyer stammender Teilnehmer am Hambacher Fest von 1832, geißelte das Fest von 1872 als „ekelhafte Karikatur“ und „Affenkomödie“, die nachträglich das Fest der Freiheit und Völkerverbrüderung von 1832 entweihe. Auch in den letzten Jahren versuchte die AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag, Max Ottes sog. neues Hambacher Fest und der Sturm der „Weißen“ im Mai dieses Jahres das Hambacher Fest und das Hambacher Schloss für ihre rechts-nationalistischen und rechtsextremistischen Zwecke zu missbrauchen. Im folgenden Text von Otto König, den wir mit seiner freundlichen Genehmigung aus seinem Buch „Band der Solidarität“ (Hamburg: VSA 2021) veröffentlichen, geht es in das Jahr 1970 zurück, als die „Deutschland Stiftung“ auf dem Hambacher Schloss ihre „Adenauer Preise“ verlieh. Damals wie heute blieb dieser Missbrauch des Hambacher Schloss nicht unwidersprochen und führte zu Protesten und Demonstrationen.